„Das wird auch schmerzhaft sein“

Nach der Kölner Silvesternacht vor einem Jahr richten sich nun wieder alle Augen auf den Jahreswechsel. In Köln wird wahrscheinlich nichts passieren, denn dort ist das Polizeiaufgebot riesig. Und sollte es doch Übergriffe geben, blieben etwaige Vorfälle von der breiten Öffentlichkeit nicht unbemerkt. Dafür geschieht mehr im Alltag, in vielen, vielen Einzelfällen, die allenfalls in örtlichen Polizeiberichten oder höchstens in der Lokalpresse auftauchen.

Der Versuch der sieben arabischen Asylantragsteller zu Weihnachten einen Berliner Obdachlosen anzuzünden hat es immerhin zu überregionaler Aufmerksamkeit gebracht. Doch es gab noch andere Einzelfälle zu den Weihnachtstagen, die weniger Aufmerksamkeit fanden. Einige Beispiele:

Das meldet beispielsweise die Polizei aus Hanau:

Ein Ehepaar wurde am frühen Sonntag, dem 1. Weihnachtsfeiertag, in der Philippsruher Allee von einem etwa 25 Jahre alten und 1,90 Meter großen Mann geschlagen und getreten; der 63-jährige Ehemann musste anschließend in einem Krankenhaus behandelt werden. Gegen 0.50 Uhr kam das Paar aus dem Jazz-Keller und ging in Richtung Schloss zum Auto. Kurz vor der Kinzigbrücke kam von hinten der Angreifer, der in einer ausländischen Sprache vor sich hin redete oder sang. Auf gleicher Höhe fragte der Täter in gebrochenem Deutsch die Frau, ob sie Deutsche sei. Als die 65-Jährige dies bejahte, schlug ihr der Mann unvermittelt ins Gesicht. Als der Ehegatte dazwischen ging, wurde er mehrfach auf den Kopf geschlagen und am Boden liegend getreten.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43561/3521297

In der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag griff ein 28-jähriger Zuwanderer aus Afghanistan Mitbewohner der Unterkunft am „Klöttschen“ in Mülheim an der Ruhr an. Hier die Polizeimeldung: Vermutlich völlig grundlos betrat der Angreifer plötzlich das Zimmer des 25-jährigen Mannes und seiner 22-jährigen Lebensgefährtin. Danach soll er sofort die schwangere, aus dem Irak stammende Frau aus dem Bett gezogen und massiv körperlich auf sie eingewirkt haben. Ihrem 25- jährigen Lebensgefährten aus Afghanistan schlug er mehrfach ins Gesicht. Rettungskräfte kümmerten sich nach der Alarmierung um die Verletzten, während Polizisten den im Nachbarzimmer wohnenden und polizeilich bekannten Beschuldigten festnahmen. Bereits in der Vergangenheit soll es zu Angriffen seitens des 28-jährigen Afghanen gekommen sein. Die 22-Jährige kam zur Beobachtung ins Krankenhaus, ihr Lebenspartner benötigte keine stationär-medizinische Hilfe.

Mehr hier: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11562/3520537

In einem Linienbus in Augsburg fühlten sich ein paar „Menschen, die zu uns gekommen sind“ in ihren Entfaltungsmöglichkeiten von einem Kinderwagen gestört, den „Menschen, die schon länger hier leben“ unbedingt mit in den Bus nehmen wollten, wie in der Lokalpresse berichtet wird:

Vier syrische Männer hangelten sich offenbar an den Haltestangen des Busses entlang und schlugen mit den Füßen um sich und trafen dabei auch unbeteiligte Fahrgäste, darunter Frauen und ältere Menschen, so ein Augenzeuge. Ein 1 ½-jähriges Kind wurde dabei offenbar durch einen Tritt im Gesicht verletzt. Es wurde anschließend durch Rettungskräfte erstversorgt. Eine Verbringung ins Zentralklinikum Augsburg war nicht notwendig. Auch die Rettungskräfte wurden nach Augenzeugenberichten mit Gürteln von den Männern angegriffen. Erst als die Polizei eintraf beruhigte sich die Situation.

http://presse-augsburg.de/presse/augsburger-nachtbus-syrische-staatsangehoerige-geraten-mit-fahrgaesten-in-streit-und-verletzen-kind/

Auch entsprechende Einzelfälle sexueller Übergriffe gab es. Hier drei davon als Beispiel:

Eine Gruppe Nigerianer bedrängte am 1. Weihnachtsfeiertag eine 23-jährige Düsseldorferin. Ihr Bekannter (24) griff zum Glück ein. So passierte ihr nicht mehr. Der 24-Jährige überwältigte drei der sechs Täter (18, 21, 24), die anderen drei flüchteten daraufhin, wie Bild schreibt. Die junge Frau war mit dem Bekannten um 5.45 Uhr auf dem Weg von der Altstadt zum Düsseldorfer Hauptbahnhof, als sie „von einer sechsköpfigen Gruppe Schwarzafrikaner zunächst verbal belästigt und später auch angefasst wurde“, wie die Bundespolizei mitteilte. Ein Polizeianwärter versuchte, die Gruppe zum Aufzuhören zu bringen. Doch auch er wurde von den aggressiven Männern bedroht. Er alarmierte die Bundespolizei. Bis zum Eintreffen der Beamten konnte der Bekannte des Opfers drei Nigerianer „bis zum Bahnhofsvorplatz unter Kontrolle halten“, so die Ermittler. Die Bundespolizei nahm die Gruppe vorläufig fest. Jetzt ermittelt die Polizei wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung.

Mehr hier: https://www.tag24.de/nachrichten/brutaler-sex-angriff-am-1-weihnachtsfeiertag-nigerianer-duesseldorf-197122 – article

Das meldet die Polizei aus Leipzig:

Sonntagnachmittag befand sich eine ältere Dame (62) zu Fuß im Deiwitzweg, als ihr eine männliche Person aus dem umfriedeten Müllplatz entgegenkam. Die 62-Jährige fragte ihn, ob sie ihm helfen könne, erhielt jedoch nur eine unflätige Antwort, die sie teilweise, aufgrund sprachlicher Barrieren, nicht verstand. Die Frau wandte sich verärgert ab und wollte ihrer Wege gehen. Der fremde Mann folgte ihr jedoch, entblößte kurzerhand sein Geschlechtsteil und machte ihr unsittliche Aufwartungen. Darüber hinaus versuchte der Mann, ihr ans Gesäß zu fassen. Die 62-Jährige forderte den Fremden auf, die Annäherungen zu unterlassen, erhielt darauf jedoch einen Schlag ins Gesicht, der sie zu Boden schleuderte. Am Boden liegend, trat ihr der Exhibitionist in den Bauch und flüchtete danach. Die ältere Dame rappelte sich mühsam auf und erstattete umgehend Anzeige bei der Polizei. Da sie sich nach diesem Angriff körperlich sichtlich unwohl fühlte, riefen die Polizisten einen Krankenwagen, der die Frau zur Behandlung ins Krankenhaus brachte. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen exhibitionistischen Handlungen in Verbindung mit Körperverletzung gegen den unbekannten Täter.

https://www.polizei.sachsen.de/de/MI_2016_46896.htm

Ein algerischer Asylbewerber bedrängte auf dem Bahnhof Herborn eine Siebzehnjährige. Die Polizei berichtet, was geschah, als eine andere Frau helfend eingriff:

Einer 22-Jährigen fielen das aufdringliche Verhalten des Jugendlichen und die ablehnende Haltung des Mädchens auf. Sie forderte ihn ebenfalls unmissverständlich auf, die Belästigungen einzustellen. Daraufhin erhob sich der Täter, ging direkt zur Zeugin und fragte sehr aggressiv, was sie denn von ihm wolle. Sie forderte ihn auf Abstand zu halten, worauf der junge Mann sie als „kleine Schlampe“ beleidigte. Er schlug nach ihr, griff ihr an den Hals und würgte sie, worauf die 22-Jährige stürzte. Einige Umstehende griffen ein und hinderten den Jugendlichen daran, die am Boden liegende Frau zu treten. Er wurde weggedrängt, schaffte es aber doch die Zeugin zu schlagen, zu treten und in ihre Richtung zu spucken. Gleichzeitig fuhr der Zug in Richtung Wetzlar in den Bahnhof ein. Der junge Mann rannte in den Zug und fuhr mit diesem davon. Sein Opfer trug Prellungen an Brust, den Knien und am Kopf davon. Zudem klagte sie über Übelkeit und Kopfschmerzen.

Aufgrund der detaillierten Personenbeschreibung gelang es einer Wetzlarer Streife den Täter am Bahnhof in Wetzlar festzunehmen. Der Jugendliche stammt aus Algerien und ist in einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Asylsuchende untergebracht. Nach seiner Vernehmung und der erkennungsdienstlichen Behandlung wurde er in Absprache mit dem Jugendamt wieder entlassen.

Mehr hier: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/56920/3521325

Wie versprach uns doch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz schon im letzten Jahr:

„Wir stehen vor einem fundamentalen Wandel. Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein. Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden. Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten. Eine Einwanderungsgesellschaft zu sein heißt, dass sich nicht nur die Menschen, die zu uns kommen, integrieren müssen. Alle müssen sich darauf einlassen und die Veränderungen annehmen.“[1]

[1] https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/IB/Artikel/Allgemein/2015-09-21-eckpunkte.html

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