„Danach kämpfen wir gegen die Kuffar“

„Schlachtet seinen Kopf, damit die anderen es sehen und das nicht nachmachen.“ Es sei Pflicht, die Ungläubigen in den eigenen Reihen zu töten. „Danach kämpfen wir gegen die Polizei und die Kuffar in Deutschland, die unsere Brüder und Schwestern töten“, brüllte Ahmad Abdulaziz Abdullah Abdullah alias Abu Walaa, nach Ermittlungen des hessischen Landeskriminalamts der „Emir“ des „Islamischen Staats“ (IS) in Deutschland. Der „Focus“ erinnerte jüngst an diesen Gefühlsausbruch des Emir in der Kasseler Al-Madina-Moschee. Der Mann, dessen Kopf Abu Walaa forderte, war ein vermuteter Spitzel in den eigenen Reihen. Einer musste schließlich verantwortlich dafür sein, dass die Polizei an diesem Tag alle Männer genau kontrollierte, die zum Islamseminar des Emirs kommen wollten. Darüber war der „Emir“ äußerst erzürnt und ließ sich zu seinem öffentlichen Wutausbruch hinreißen.

Der Spitzel, den er gern umgebracht hätte, war noch nicht identifiziert. Tatsächlich saß ein V-Mann des Landeskriminalamts in der Moschee und Aufrufe wie der zitierte gelangten so in die Ermittlungsakte. Im November nahmen dann Spezialkräfte den gebürtigen Iraker mit vier Vertrauten wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung fest. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Abu Walaa ist jetzt ins öffentliche Interesse gerückt, weil der Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri bei ihm radikalisiert haben soll. Doch Hassprediger an deutschen Moscheen gibt es etliche. Abu Walaa ist kein Einzelfall und dennoch ein gutes Beispiel dafür, wie fahrlässig tatenlos deutsche Behörden der Entwicklung von radikalislamischen Parallelwelten zugesehen haben.

Den LKA-Ermittlern gilt der „Emir“, der hauptamtlich als Imam eines Moscheevereins in Hildesheim fungiert, nach FOCUS-Recherchen als „einer der schlimmsten Einpeitscher der hiesigen Islamistenszene“. Der Mann kümmert sich demnach gezielt um die Radikalisierung junger Muslime und stimmt Anschlagspläne mit der IS-Führung ab. Doch als der Iraker nach Deutschland kam, war diese Entwicklung nicht absehbar.

Am 5. Februar 1984 im Irak geboren, kam Abdullah als minderjähriger Kriegsflüchtling nach Deutschland. Später betrieb er einige Jahre lang Modeläden in Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter. Doch er tauchte auch in seine radikalislamische Parallelwelt ab. Parallelwelten gibt es auch privat. In Tönisvorst lebt er offiziell mit seiner Frau – nach deutschem Recht verheiratet – und vier gemeinsamen Kindern. In Bad Salzdetfurth bei Hildesheim bewohnt Abu Walaa ein Reihenhaus mit seiner Zweitfrau und drei Kindern. Von der Zweitfrau ist immerhin bekannt, dass sie das Haus nur in schwarzer Vollverschleierung verlässt.

In Abu Walaas Hildesheimer Moschee wurden sowohl IS-Kämpfer für Syrien und den Irak rekrutiert, als auch Attentäter für Deutschland geworben. So soll auch der Hauptverantwortliche für das Sprengstoffattentat auf einen Sikh-Tempel in Essen hier seine ideologische und praktische Schulung erfahren haben.

Abu Walaa kam als Flüchtling und entwickelte sich in einer radikalislamischen Parallelwelt, die von anderen deutschen Lebenswelten weitgehend abgeschottet, stillschweigend toleriert und selten als Gefahr für diese Gesellschaft benannt wird. Auch, weil man die Verbindungen mancher religiös-fundamentalistischen Vertreter von Islam-Verbänden ungern zum Thema macht. Die Verbände sollen schließlich in der Deutschen Islamkonferenz eingebunden werden. Gegen vielerlei Zugeständnisse und Spezialrücksichten auf „den Islam“ sollen sie um des inneren Friedens willen dafür sorgen, dass sich Muslime nicht radikalisieren. Eine Grundlage der Zusammenarbeit: Mit „dem Islam“ darf keine der in Namen des Propheten verübte Gewalttat etwas zu tun gehabt haben.

Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/terrornetzwerk-um-abu-walaa-ermittlungsakten-zeigen-radikalisierungsmethoden_id_6394282.html

1 Kommentar

  1. I. Schuler

    Ist mir schlecht angesichts der Naivität oder Dummheit der allermeisten unserer Politiker! Wie können diese glauben, daß muslimische Organisationen geneigt seien, gegen den radikalisierten Islam mit deutschen Behörden zusammenzuarbeiten,sofern man ihnen dafür von deutscher Seite aus hinsichtlich ihrer Forderungen entgegenkommt. Ich gehe eher davon aus, daß diese muslimischen Verbände nach beiden Seiten „offen“ sind. Als nach dem ersten großen Terroranschlag in Paris die französische Polizei landesweit Moscheen nach radikalem Schrifttum durchsuchte, wurde sie in fast allen Moscheen fündig. In D. dürfte das Ergebnis ähnlich ausfallen. Warum? Der Koran rechtfertigt sowohl die Ideologie und das Morden der Terroristen wie auch den friedlichen Kampf um immer mehr Raum und Zugeständnisse, solange man noch in der Minderzahl ist. Aber letztlich arbeiten beide Gruppen an der Erreichung desselben Zieles. Das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Damit will ich keinem der hier als Privatperson lebenden friedlichen Muslime etwas unterstellen. Aber es müßte eigentlich jeden Deutschen nachdenklich machen, daß bereits jetzt 30-35% der hier lebenden Muslime in Umfragen angeben, lieber in einem Staat leben zu wollen, in dem die Scharia gilt. Dabei sollte man sich vor Augen halten, daß es nur des Einsatzes einiger weniger Personen in entsprechenden Interessengruppen oder politischen Parteien bedarf, um Stück für Stück im Namen von Religionsfreiheit immer weitere Zugeständnisse der Politik für die Ausübung des Islam zu erreichen. Bei dieser friedlichen Form der Interessenvertretung hilft aber eben auch die Angst, die hier im Land durch „schlagkräftige“ muslimische Männer und terroristische Anschläge entsteht. Letztendlich arbeiten die friedliche und die terroristische Sektion Hand in Hand am selben Ziel, nur von verschiedenen Seiten aus. Muslime, die mit ihrer Religion eher wenig am Hut haben, können es sich selbst im „freien“ Westen aufgrund der starken Kontrolle vonseiten der Umma (Gemeinschaft aller Muslime) kaum erlauben, diesen Umstand offenbar werden zu lassen.Je mehr Muslime nach Deutschland bzw. nach Europa kommen, je mehr Erdogans Einfluß direkt oder über die verschiedenen islamischen Organisationen in Deutschland (Moscheen, Religionsunterricht in Schulen)steigt, je mehr der deutsche Staat Zugeständnisse macht, desto mehr werden sich die Muslime in D. schweigend dem Druck der Realität beugen. Aber auch das Leben der einheimischen Deutschen wird sich dadurch Stück für Stück verändern in eine Richtung, die der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit mehr und mehr entgegensteht.Leider stehen so viele Verantwortliche in Schulen, Kitas, Polizei, Gerichten,Kommunen, Ausländerbehörden etc. alleine, wenn es darum geht, deutsches Recht oder deutsche Lebensweise durchzusetzen. Alle knicken ein aus Mangel an Klarblick, was hier tatsächlich abläuft, aber auch aus Angst vor Gewalt durch Muslime wie auch aus Angst vor einem Shitstorm durch Vertreter der Grünen, Linken und sonstigen Gutmenschen, wenn den Forderungen der Muslime nicht nachgekommen wird.
    Ich fürchte das Schlimmste für Deutschland und Europa.

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