Deutsche Nitrat-Politik

Die Nitratwerte im Grundwasser seien in Deutschland vielerorts weiter zu hoch, steht nach Nachrichtenmeldungen vom Dienstag im neuen Nitratbericht, den die Bundesregierung an die EU-Kommission übermittelt hat.

In den Deutschlandfunk-Nachrichten hörte sich das so an:

„Demnach wurde an 28 Prozent der berücksichtigten Messstellen der Grenzwert für Nitrat überschritten. 65 Prozent der Messstellen wiesen zu hohe Phosphor-Werte auf. Auslöser ist nach Ansicht des Bundesumweltministeriums der Einsatz von Gülle und Kunstdünger in der Landwirtschaft. Das Übermaß an Nährstoffen gefährde die Artenvielfalt, sagte Bundesumweltministerin Hendricks. Im Sinne des Gemeinwohls müsse hier stärker als bisher gegengesteuert werden, etwa mit verschärften Dünge-Regeln, betonte die SPD-Politikerin.“

Das hört sich nach einer entschlossenen Politik gegen die wirklich Schuldigen an, die Tierzüchter und -halter, denen wir die Gülle zu verdanken haben. Will da jemand widersprechen? Ja, der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer. Der hatte sich bereits im November im Deutschlandradio mit dem Beitrag „Der Schwindel um Nitrat im Grundwasser“ zu Wort gemeldet. Und was er zu den klaren Erkenntnissen über die von der Politik eindeutig ausgemachten Hauptschuldigen zu sagen hat, ist bemerkenswert:

„Spitzenreiter sind nicht etwa Regionen mit viel Tierhaltung, wie gern unterstellt wird, sondern viehlose Gebiete in Rheinland-Pfalz – und das schon seit Jahrzehnten. Für die Belastung des Wassers sind dort der Gemüse- und der Weinbau verantwortlich, sie benötigen reichlich Stickstoff und gedeihen auf Böden, die ziemlich nitratdurchlässig sind. Auch wenn der Wein praktisch frei von Nitrat ist, so kann das Grundwasser deutlich belastet sein. Wäre es da nicht angebrachter, als Verursacher statt dem üblichen Güllefass doch lieber ein Weinfass zu zeigen?“ […]

Pollmer weist in dem Beitrag darauf hin, dass die Nitratgehalte im Wasser auch in Gegenden ohne landwirtschaftliche Nutzung beachtlich sein können, wie z.B. in Naturschutzgebieten. Vielerorts könne man sich auch darauf verlassen, dass im Erdreich lebende Mikroben Nitrat abbauen, so dass das Wasser, das aus der Tiefe gefördert wird, selbst in manchen viehreichen Gebieten unbelastet sei, berichtet der Lebensmittelchemiker. Andererseits gebe es wiederum Böden, wie Sandböden, die so gut durchlüftet sind, dass dort die nitratfressenden Bakterien nicht überleben könnten.

„Deshalb kann Grundwasser auch in Naturschutzgebieten von Natur aus belastet sein, denn Nitrat wird auch aus verrottender Biomasse freigesetzt.

Natürlich trägt auch die Landwirtschaft zur Belastung bei. Hier sind neben dem Gemüsebau die Biogasanlagen zu nennen: Die Energie vom Acker erfordert hohe Erträge – damit ist Mais die ideale Energiepflanze. Leider erfordert der Mais eine massive Stickstoffdüngung. Da die Pflanze ideal für leichte Böden ist, die gut durchlüftet sind, wird auch dort das Nitrat nicht mehr abgebaut. So belastet die grüne Energie das Grundwasser.“

Allerdings ist die Belastung nach Pollmers Erkenntnissen deutschlandweit gar nicht so groß, wie die amtlichen Zahlen vermuten lassen:

„Das haben unsere Umweltpolitiker geschickt eingefädelt: Sie haben erwirkt, dass von den vorhandenen abertausenden Messstellen nur 162 nach Brüssel gemeldet wurden, nämlich solche, die deutlich belastet sind. Die sauberen Brunnen wurden der EU verschwiegen. So kann man sich später durch drastische Auflagen für die Landwirte als Retter der Umwelt inszenieren.“

Das scheint die Bundesumweltministerin mit ihrer oben zitierten Ankündigung nun zu bestätigen. Würde das Verschweigen der sauberen Trinkwasserbrunnen, um zu einem genehmen Ergebnis zu kommen, eigentlich nach den Gesetzgebungsvorhaben der Großen Koalition künftig als Fake-News geahndet werden?

Den gesamten Beitrag von Udo Pollmer finden Sie hier: http://www.deutschlandradiokultur.de/diskussion-um-guelle-und-kunstduenger-der-schwindel-um.993.de.html?dram%3Aarticle_id=371719

 

2 Kommentare

  1. R. H.

    Dazu paßt doch, daß das Umweltbundesamt vorschlägt, wie heute zu lesen ist, auf Fleisch- und Milchprodukte höhere Steuern zu erheben. Natürlich um das „Klima“ zu retten. Warum ist bloß Tetzel nicht auf diese Idee gekommen?
    Eine Million (mindestens!) zusätzliche Menschen auf einer kleinen Fläche wie der Bundesrepublik sind natürlich kein ökologisches Problem!
    Statt dessen schreiben wir den Deutschen mit sanfter Gewalt vor, was sie essen dürfen und was nicht!

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  2. dentix07

    FakeNews? Desinformation? Manipulation?
    Aber nicht doch! Das machen nur die Andern! Bundesregierung, Ministerien, genehme NGOs und Stiftungen (z.B. AAS), Parteien, die MSM doch nicht!
    Das gibt’s nur im Internet und den sozialen Medien, wohinter natürlich Putin steckt!
    Max Liebermann: „Ich kann garnicht soviel fressen wie ich kotzen möchte!“?

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