Großfamilien verstehen lernen

Kriminelle Großfamilien gehören inzwischen auch zu Deutschland, aber man weiß so wenig von ihnen. Dagegen soll nun ein von der Europäischen Union gefördertes Aufklärungsprojekt helfen, das ethnisch abgeschottete Strukturen aufzubrechen möchte. Die WAZ nimmt das zum Anlass, auf Essen zu verweisen, der Stadt in der die größten libanesischen Clans außerhalb Berlins leben:

„5000 Libanesen, die sich auf zehn Familien aufteilen – die größte hat allein 1200 Mitglieder“, skizzierte Polizeipräsident Frank Richter die lokale Lage im Landtag, kurz bevor der „Untersuchungsausschuss Silvesternacht“ die Beweisaufnahme schloss.

Teils seien Familienclans durch das gesamte Strafgesetzbuch unterwegs, sagte Richter: „Die Strukturen zu unterwandern, ist fast unmöglich.“ Von außen komme kaum jemand in die Szene mit eigenen Regeln hinein. Nach Erkenntnissen der Ermittler ist inzwischen etwa jeder zweite Mann aus den bekannten Essener Großfamilien bereits in irgendeiner Form polizeilich in Erscheinung getreten, sei es durch Körperverletzung oder auch durch Sozialbetrug.

Wie Frank Scheulen, Sprecher des Landeskriminalamtes, auf Nachfrage betonte, gehe es bei der aktuellen Untersuchung mutmaßlicher krimineller Umtriebe hinter verschlossenen Türen aber nicht nur um libanesische Strukturen, sondern insgesamt um schwer zugängliche Subkulturen, zu denen man inzwischen auch Gruppen aus Osteuropa zähle.

Was für Familienclans aus Osteuropa das sind, darüber wird allerdings höflich geschwiegen. Man will ja schließlich keine Vorbehalte gegen bestimmte Volksgruppen schüren.

Mehr hier: https://www.waz.de/staedte/essen/kriminelle-clans-im-visier-lka-startet-aufklaerungsprojekt-id210586423.html

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