AfD-Mitglied muss Asylrechts-Sachbearbeiter werden

Wer heutzutage bekennendes Mitglied der AfD ist, der muss nicht nur ob der inneren Zerrissenheit der Partei und der zahlreich vertretenen politischen Irrlichter viel ertragen und aushalten. Er kann es mittlerweile auch am Arbeitsplatz mit Kollegen oder Vorgesetzten zu tun bekommen, die ihn mit den dort zur Verfügung stehenden Druckmitteln wieder auf den richtigen Weg zu bringen versuchen. Und wer sich partout nicht vom Alternativ-Irrweg abbringen lassen will, muss eben bestraft werden.

Das kann, allerlei diesbezüglichen Ratgebern zum Trotz, aber im Sinne der Initiatoren, auch nach hinten losgehen, denn auch für AfD-Mitglieder gilt nun einmal das deutsche Arbeitsrecht.

Martin Wieser war 15 Jahre lang Fuhrparkleiter und Fahrer des Mühldorfer Landrats Georg Huber, bis dieser erfuhr, dass sich sein Chauffeur bei der AfD engagierte. Einen Fahrer mit diesem Parteibuch wollte der Gebietspremier nicht länger an einem Lenkrad dulden, mit dem er durch den Landkreis gesteuert wird. Ohne ihm ein angemessenes Ersatzangebot zu machen, wurde Wieser in den Bauhof versetzt. Darin sah der natürlich eine klare Degradierung und Strafmaßnahme, die durch nichts gerechtfertigt war. Denn die Mitgliedschaft in einer Partei, die derzeit offenbar nicht radikal genug scheint, um dem Verfassungsschutz eine umfassende Überwachung wert zu sein, ist nun einmal keine arbeits- oder dienstrechtliche Verfehlung. Dummerweise – für den Landrat – sah das Arbeitsgericht Rosenheim die Sache genauso.

Der Richter erklärte das so deutlich, dass das Landratsamt in einen Vergleich einwilligte. Der AfD-Mann kehrt zwar nicht auf seinen alten Posten zurück, dafür wird er nun im Landratsamt Sacharbeiter im Bereich Asylrecht. Man könnte sich jetzt fragen, ob der Landrat hiermit die AfD-Hoheit in diesem Themenbereich anerkennt oder ob das nun eine subtilere Form von Strafarbeit sein soll?

Dazu gibt es keine belastbaren Aussagen. Nur Wieser, der freut sich auf die neue Tätigkeit und das war bestimmt nicht in des Landrats Sinne.

Quellen hier und hier

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