Statistiker und Sturmgewehre

EIN BLICK IN DIE TAGESMELDUNGEN:

Algerischer Verdächtiger nach Angriff auf Soldaten festgenommen

Nach einer brutalen Auto-Attacke mit sechs verletzten Soldaten bei Paris und einem dramatischen Antiterroreinsatz haben Sicherheitskräfte einen Tatverdächtigen festgenommen. Elitepolizisten eröffneten dabei auf der Autobahn A 16 in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Boulogne-sur-Mer das Feuer. Der 36 Jahre alte Mann sei zwar von mehreren Schüssen getroffen worden, habe aber überlebt, berichteten französische Medien.

Das Auto war am Morgen in dem als sicher geltenden Pariser Vorort Levallois-Perret in eine Gruppe von Soldaten gerast. „Wir wissen, dass das eine absichtliche Tat war“, resümierte Innenminister Gérard Collomb. Die für Terrorfälle zuständige Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Premierminister Edouard Philippe bestätigte am Mittwoch im Parlament die Festnahme eines Verdächtigen, der am Steuer des nach dem Vorfall gesuchten Fahrzeugs gesessen habe. Die Polizei hatte bei der Fahndung nach eigenen Angaben rund 300 Beamte eingesetzt, einer von ihnen wurde bei der Festnahme verletzt. „Glückwünsche an die Ordnungskräfte, die den Täter der Attacke festgenommen haben“, teilte Staatspräsident Emmanuel Macron am Abend mit.

Die Beamten wollten zunächst das Auto des Mannes anhalten, der aber laut einem Polizeisprecher diese Aufforderung nicht befolgte. Das Fahrzeug war nach der Auswertung von Überwachungskameras aus dem Vorort identifiziert worden, wie die Tageszeitung „Le Monde“ unter Berufung auf den Bürgermeister Patrick Balkany berichtete. Der Verdächtige ist nach Informationen des Nachrichtensenders BFMTV Algerier. Er habe eine Aufenthaltsgenehmigung und sei den Geheimdiensten nicht wegen einer möglichen Radikalisierung bekannt.

http://www.rp-online.de/politik/ausland/frankreich-verdaechtiger-nach-auto-attacke-auf-soldaten-festgenommen-aid-1.7001022

Ahmad A. soll Lkw-Attentat erwogen haben

Der mutmaßliche Messerstecher von Hamburg, Ahmad A., soll sich seit 2014 mit der Ideologie des „Islamischen Staates“ auseinandergesetzt und auch einen Lkw-Angriff erwogen haben. Das geht aus einem Geständnis hervor, das dem Rechercheverbund aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR vorliegt.

Demnach wollte A. möglichst viele Christen und Jugendliche töten und als „Märtyrer“ sterben. Er bedauere weiterhin, dass er nicht mehr Menschen habe töten können, wird A. zitiert. Zunächst habe er erwogen, wie etwa der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz mit einem Lastwagen oder Pkw in eine Menschenmenge zu fahren. Dann habe er sich aber spontan für einen Messerangriff entschieden.

Das Messer hatte A. in einem Supermarkt aus einer Auslage genommen und damit einen Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Schließlich wurde er von Passanten überwältigt. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt. Die Familie von A. distanzierte sich von der Tat.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-08/messerangriff-hamburg-ahmad-a-lkw-attentat

38 Tote bei Volksgruppen-Kämpfen im Süd-Sudan

Bei Zusammenstößen mehrerer Volksgruppen im Südsudan sind 38 Menschen getötet worden. 42 Menschen seien bei den Kämpfen im nordwestlichen Bundesstaat Lakes verletzt worden, sagte der Polizeichef des Bundesstaats, Azuma Mangar, am Mittwoch.

Anhaltende Streitigkeiten über Weiden und Viehdiebstahl hatten demnach unter anderem zu der Eskalation am Dienstagabend geführt. Es kommt in ländlichen Regionen immer wieder zu derartigen Zusammenstößen. Allerdings seien diese in den vergangenen Jahren heftiger geworden, weil die Zivilisten durch den Bürgerkrieg vermehrt Schusswaffen besitzen würden, sagte Mangar.

Südsudans Präsident Salva Kiir hatte Mitte Juli in einigen Bundesstaaten einen Ausnahmezustand ausgerufen, um Kämpfe zwischen Stämmen zu unterbinden.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/buergerkrieg-im-suedsudan-38-tote-bei-zusammenstoessen-zwischen-volksgruppen/20168200.html

Tote bei Unruhen nach Wahl in Kenia

Nach dem Vorwurf der Manipulation der Präsidentschaftswahl sind in Kenia Unruhen ausgebrochen, mindestens drei Menschen starben. Die Polizei eröffnete das Feuer auf aufgebrachte Anhänger von dem Oppositionskandidat. Im Bezirk Tana River drangen Angreifer mit Macheten bewaffnet in ein Wahllokal ein und wurden von Sicherheitskräften niedergeschossen. Ein Journalist der kenianischen Nachrichtenagentur berichtete, die Angreifer hätten zuvor Wahlurnen und Laptops der Wahlkommission zerstört.

Der wohl unterlegene Herausforderer Raila Odinga hatte zuvor behauptet, Hacker hätten das Wahlergebnis manipuliert. Der Oppositionspolitiker hatte auch 2007 und 2013 kandidiert und verloren. Auch nach der Wahl von 2007 war wegen ethnischer Rivalitäten Gewalt ausgebrochen. Mehr als 1.000 Menschen starben.

Odinga sagte, Hacker hätten sich mit der Identität des kurz vor der Wahl ermordeten IT-Chefs der Wahlkommission, Christopher Msando, in das Computersystem der Behörde eingeloggt. Er sprach von einem Angriff auf die Demokratie und dem größten Wählerdiebstahl in der Geschichte des Landes. Verantwortlich dafür sei Kenyattas Jubilee-Partei. „Diesmal haben wir sie erwischt“, twitterte Odinga.

Kurz darauf gingen in den Slums von Nairobi und in der Oppositionshochburg Kisumu Demonstranten auf die Straßen. Sie zündeten Reifen an, errichteten Straßensperren und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Augenzeugen schilderten. In Kisumu setzte die Polizei Tränengas ein.

Im Wahlkreis South Mugirango im Südwesten eröffnete die Polizei das Feuer und tötete einen Menschen, wie ein örtlicher Polizeikommandeur mitteilte. In Nairobi wurden nach Polizeiangaben zwei Männer erschossen, als sie versuchten, die Demonstrationen für Diebstähle auszunutzen. In vielen anderen Teilen Kenias blieb es ruhig. Dennoch fühlten sich viele an die Unruhen 2007 erinnert.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-08/kenia-wahl-unruhen-tote-wahlmanipulation

Erdoğan lässt Mauer an der iranischen Grenze bauen

Die türkische Regierung hat am Dienstag mit dem Bau einer Mauer entlang der Grenze zum Iran begonnen. Fernsehwirksam reiste der zuständige Gouverneur der Provinz Ağrı, Süleyman Elba, zu der Baustelle und ließ sich filmen, während die ersten Mauer­blöcke in die Erde gerammt wurden.

Der Bau beginnt am nordöstlichen Ende der türkischen-iranischen Grenze, wo die aserbaidschanische Exklave sich zwischen Armenien und Iran schiebt. Die Mauer soll drei Meter hoch werden. Etwas südwestlich der jetzigen Baustelle liegt der größte Grenzübergang der Türkei nach Iran, Doğubeyazıt.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte Anfang Juni angekündigt, dass im Anschluss an die Mauer, die in den letzten Monaten entlang der syrischen Grenze gebaut worden ist, auch die Grenze zum Iran durch eine Mauer geschützt werden soll.

Mit der Mauer zum Iran sollen Guerilleros der kurdischen Arbeiterpartei PKK daran gehindert werden, unkontrolliert in den Iran auszuweichen, um sich so einer Verfolgung durch das türkische Militär zu entziehen.

http://www.taz.de/Mauer-an-der-Grenze-zum-Iran/!5433305/

Für Italien setzt die EZB ihre eigenen Gesetze außer Kraft

Mario Draghi zeigt inzwischen immer offener, in wessen Interesse er die Milliarden der EU-Steuerzahler einsetzt. Die Interessen ebendieser Steuerzahler sind es jedenfalls nicht. Siehe auch hier

Vor allem bei italienischen Staatspapieren haben die Währungshüter zugegriffen. Insgesamt sicherte sich die Notenbank Papiere im Volumen von fast zehn Milliarden Euro aus dem Heimatland von EZB-Präsident Mario Draghi. Das waren immerhin 1,2 Milliarden mehr als die Notenbanker der eigenen Regel zufolge hätten kaufen dürfen. Die Abweichung betrug 2,6 Prozent, so viel wie noch nie in der Geschichte des seit März 2015 laufenden Anleihenkaufprogramms.

Um sich nicht der verbotenen Staatsfinanzierung verdächtig zu machen, hatte sich die EZB ursprünglich klare Regeln für den Anleihenkauf auferlegt. Demnach darf die Notenbank nie mehr als 33 Prozent von einem bestimmten Papier erwerben. Die Käufe sollten außerdem strikt nach dem Kapitalschlüssel erfolgen. Das sind Anteile, die die nationalen Notenbanken an der EZB halten. Im Falle Italiens sind das 17,5 Prozent. Der deutsche Kapitalanteil beträgt 25,6 Prozent.

https://www.welt.de/finanzen/article167507315/Fuer-Italien-setzt-die-EZB-ihre-eigenen-Gesetze-ausser-Kraft.html

Streit um die Zahlen des verurteilten griechischen Ex-Chef-Statistikers

Der Fall des ehemaligen griechischen Chefstatistikers Andreas Georgiou wird zum Politikum in Europa. Während ihm in Griechenland weiter vorgeworfen wird, das Haushaltsdefizit im Jahr 2010 künstlich hochgerechnet zu haben und er dort bereits zum zweiten Mal in Abwesenheit verurteilt wurde, sprachen ihm führende europäische Institutionen das Vertrauen aus.

Georgiou war von 2010 bis 2015 auf dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Schuldenkrise des Landes Präsident der griechischen Statistikbehörde Elstat. In dieser Zeit ließ er Staatsschulden, Haushaltsdefizit und andere statistische Wirtschaftsdaten grundlegend neu erfassen. Das führte im Ergebnis zu einem größeren Defizit in der Staatskasse. In Griechenland beschuldigen ihn deshalb einige Politiker, das Haushaltsdefizit künstlich hochgerechnet und damit das Land erst richtig in die Krise getrieben zu haben. Nach mehreren Gerichtsverfahren verurteilte ihn vergangene Woche eine Kammer in Athen in Abwesenheit wegen Verstoßes gegen Amtspflichten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.

Der frühere Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds (IWF) beklagt sich über den Umgang mit seinem Fall: „Ich wurde sechs Jahre lang im Herzen der EU unerbittlich verfolgt dafür, dass ich die Gesetze der EU und europäische statistische Prinzipien befolgt habe“, sagte Georgiou der ZEIT. Er sprach von „Klagen und Urteilen, die politischen Interessen dienen“.

Auch führende europäische Institutionen zeigten sich alarmiert wegen der Verurteilung. Die europäische Statistikbehörde Eurostat bekundete der ZEIT gegenüber ihr „Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Richtigkeit der griechischen Daten, die zwischen 2010 und 2015 unter der Präsidentschaft von Herrn Georgiou eingingen“ und äußert „große Sorge“ über das jüngste Urteil gegen ihn.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-08/griechenland-andreas-georgiou-statistiker-europa

Messerkämpfe in der Bahnhofsmission

Die Berliner Bahnhofsmission am Zoo sieht sich nach eigenen Angaben zunehmend an der Grenze der Belastbarkeit. […] Nach einer Bedrohung von Mitarbeitern am Wochenende werde Essen vorerst nicht mehr im Speisesaal serviert, sondern durch Fenster nach draußen gereicht. „Das soll auch ein Signal sein, dass sich etwas ändern muss.“ […]

Zuvor hatte der Tagesspiegel über den heftigen Streit in der Kleiderkammer berichtet. „Ab 21.15 flogen vor unserer Tür die Fäuste und Flaschen, Messer wurden gezückt, es brodelte wohl etwas Wahnsinn kombiniert mit 5 Promille, leider bei vielen“, schrieb der Leiter der Einrichtung, Dieter Puhl, dazu bei Facebook.

Laut [der Sprecherin der Stadtmission, Ortrud] Wohlwend wurden zwei Mitarbeiterinnen von einer Gruppe aggressiver, stark alkoholisierter Männer bedroht. Die Polizei schritt schließlich ein. Den Angaben zufolge war es der dritte größere Polizeieinsatz binnen zwei Monaten.

Ein Sprecher der Bundespolizei sprach vonsehr regelmäßigen Einsätzen rund um die Bahnhofsmission, es gebe immer wieder Streit um die Essensausgabe und die Vergabe von Schlafplätzen. Früher sei es an der Einrichtung ruhiger gewesen.

Was hat sich denn seit den Zeiten, als es ruhiger gewesen ist, so grundlegend verändert?

https://www.tag24.de/nachrichten/bahnhofsmission-zoo-obdachlose-helfer-mitarbeiter-streit-eskalation-kapazitaeten-berlin-310303 – article

Banden plündern Krankenhäuser in Schleswig-Holstein

Nach Fahrrädern, Bootsmotoren und Feuerwehrausrüstungen sind jetzt Medizingeräte dran. Die Polizei spricht von einem neuen Betätigungsfeld der organisierten Kriminalität. Offenbar auf Bestellung stehlen Diebe in deutschen Krankenhäusern gezielt wertvolle Geräte. Waren bislang Bayern und Nordrhein-Westfalen im Visier der meist südosteuropäischen Banden, registriert die Polizei jetzt auch im Norden eine deutliche Zunahme.

Allein seit 2016 ist dabei in Schleswig-Holsteins Krankenhäusern ein Gesamtschaden in Höhe von 2,7 Millionen Euro entstanden, teilt jetzt das Innenministerium auf eine Anfrage der AfD mit. „Es ist richtig, dass die Zahlen in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2017 bereits höher liegen als in den Vorjahren. Wir verzeichnen derzeit fünf Taten“, berichtet Uwe Keller, Sprecher des Landeskriminalamtes in Kiel.

Bei den meisten Diebstählen haben es die Täter auf Endoskopie- und Ultraschallgeräte abgesehen, insbesondere auf deren Köpfe. Endoskope werden bei der Untersuchung innerer Organe eingesetzt. Ein solcher Kopf kostet zwischen 10.000 und 160.000 Euro. Die Geräte sind nicht nur teuer – sie können auch leicht auf Produkte anderer Hersteller montiert werden. Auch das könnte ihre Beliebtheit als Beute erklären.

Weil die Kliniken nicht hoch gesichert sind, machen die Täter leichte Beute. So wie kürzlich in Pinneberg, als die Täter am helllichten Tag in die Regio Kliniken spazierten und hochwertige Medizintechnik entwendeten. „Die Täter sind zielgerichtet und professionell vorgegangen“, teilt Sprecher Sebastian Kimstädt mit. Die Klinik in Ratzeburg hatte seit 2016 fünfmal unerbetenen Besuch. Auch das Uni-Klinikum sowie die Städtischen Krankenhäuser in Kiel und Neumünster wurden Opfer von Diebesbanden.

https://www.shz.de/deutschland-welt/politik/banden-pluendern-krankenhaeuser-in-sh-id17524106.html

Hamburger Polizei gibt neue Sturmgewehre wieder zurück, weil sie nicht schießen

Es erinnert ein bisschen an die Bundeswehr: Die Hamburger Polizei muss ein im November zur Terrorabwehr angeschafftes, halbautomatisches Gewehr an den Hersteller zurückgeben – wegen Ladehemmung. Betroffen sind die Festnahme- und Beweis­sicherungseinheit (BFE) und das SEK. Darüber berichtet zuerst das „Hamburger Abendblatt“.

Eigentlich sollte mit dem neuen Sturmgewehr die Feuerkraft der Polizisten deutlich erhöht werden. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Beamten konnten gar nicht mehr schießen. Laut dem Abendblatt-Bericht soll dies nach Herstellerangaben an der verwendeten Munition liegen, die Gewehre wurden außer Dienst gestellt.

https://www.shz.de/regionales/hamburg/polizei-gibt-neue-sturmgewehre-wieder-zurueck-weil-sie-nicht-schiessen-id17520016.html

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen AfD-Kandidatin wegen Islamfeindlichkeit

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Ermittlungen gegen die saarländische AfD-Politikerin Laleh Hadjimohamadvali aufgenommen. Ein Sprecher bestätigte einen Bericht der Saarbrücker Zeitung, wonach die Bundestagskandidatin während einer Rede islamfeindliche Aussagen gemacht haben soll. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsvereinigungen in Tateinheit mit Volksverhetzung.

Laut der Zeitung sagte die AfD-Politikerin auf einem Landesparteitag im Juni in Völklingen unter anderem, der Islam sei „schlimmer als die Pest“. Die Muslime würden jeden Tag stärker und nähmen ein immer größeres Stück von Deutschland ein. Die Anzeige gegen sie hatte ein ehemaliges AfD-Mitglied erstattet, nachdem die Saarbrücker Zeitung die Äußerungen zitiert hatte.

Hadjimohamadvali, die in den achtziger Jahren aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet war, wurde wegen ihrer Äußerungen in der Vergangenheit nach eigenen Angaben  bereits mehrmals von Facebook gesperrt. Dies soll sie nach Angaben der Zeitung in einem Video selbst berichtet haben. Zu den Ermittlungen wollte sich die Bundestagskandidatin nicht äußern.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-08/islamfeindlichkeit-afd-laleh-hadjimohamadvali-staatsanwaltschaft-ermittlungen

Entlassener Entwickler will gegen Google klagen

Frauen seien aus „biologischen Gründen“ weniger geeignet für Jobs in der Technikbranche. Für diese Meinung, die er bei seinem Arbeitgeber Google in einem internen Papier verbreitete, hat ein Entwickler seinen Job verloren. Dagegen will der 28-Jährige nun vorgehen.

Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, will sich der am Montag geschasste Entwickler gerichtlich gegen seine Kündigung wehren. Das zehnseitige Schreiben war übers Wochenende bekannt geworden und hatte für viel Empörung gesorgt.

Der Google-Entwickler argumentiert darin, Frauen seien weniger widerstandsfähig gegenüber Stress als Männer und schafften es deshalb selten in Führungspositionen in der Tech-Industrie. Männer hingegen verfügten über „natürliche Fähigkeiten“, die sie zu besseren Programmierern machten.

Am Montag kurz vor seiner Entlassung hatte der Entwickler eine Beschwerde beim National Labor Relations Board (NLRB) eingereicht, einer US-Aufsichtsbehörde zur Schlichtung arbeitsrechtlicher Konflikte. Er habe sich darin beklagt, dass Google versucht habe, seine freie Meinungsäußerung zu unterdrücken, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

http://www.spiegel.de/karriere/rauswurf-nach-sexistischem-schreiben-entwickler-will-gegen-google-klagen-a-1161992.html

Kanadische Armee errichtet Zelte für „Flüchtlinge“ aus den USA

Kanada verzeichnet derzeit einen massiven Anstieg von Asylbewerbern, die aus den USA kommen. Die kanadische Armee hat deshalb an der Grenze zu den USA zahlreiche beheizbare Zelte aufgestellt. Sie bieten zunächst Platz für 500 Menschen, wie das Militär mitteilte. Es handele sich um eine „Notmaßnahme“. Die Armee errichtete die Zelte in Saint-Bernard-de-Lacolle in der Provinz Québec. Knapp hundert Soldaten sollen dort aushelfen.

Haitianer genießen nur noch bis Januar 2018 einen geschützten Status in den USA. Dieser war nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 mehr als 50.000 Menschen aus dem Karibikstaat gewährt worden. Im Mai hatte das US-Ministerium für Innere Sicherheit an die Haitianer im Land appelliert, sich Reisedokumente zu besorgen, um nach Haiti zurückzukehren.

Das Einwanderungsministerium in Kanada hatte bereits Anfang August auf seiner Facebook-Seite vor illegalen Grenzübertritten gewarnt. Berichte, wonach Kanada Asylsuchende ins Land einlade, seien falsch. Den Angaben der Behörde zufolge akzeptierte Kanada im vergangenen Jahr nur 50,5 Prozent aller Asylgesuche von Menschen aus Haiti.

Aus Angst vor der strikten Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump sind nach Angaben kanadischer Behörden seit Jahresbeginn bereits Tausende Asylbewerber aus den USA ins Nachbarland Kanada geflohen. In den ersten sechs Monaten seien es mehr als 4300 Menschen gewesen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/kanada-armee-errichtet-zelte-fuer-fluechtlinge-aus-den-usa-a-1162151.html

Vier Jahre Haft für Anhänger von Kreml-Kritiker Nawalny

Ein russisches Gericht hat einen Anhänger von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny zu vier Jahren Haft verurteilt. Andrej Kosych habe gestanden, bei einer Demonstration am 26. März zwei Polizisten geschlagen und getreten zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax gestern. Daher habe ihn ein Moskauer Bezirksgericht zu vier Jahren Straflager verurteilt.

Kosych war der vierte Teilnehmer der Proteste, der wegen „Gewalt“ bei der verbotenen Demonstration zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Im Juli waren drei Teilnehmer zu acht Monaten, 18 Monaten bzw. zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

http://orf.at/stories/2402607/

FBI beschlagnahmt Dokumente bei Ex-Trump-Berater

In der Affäre um mutmaßliche Kontakte nach Russland während des Wahlkampfs von US-Präsident Donald Trump ist nun dessen früherer Berater Paul Manafort erneut in die Schusslinie geraten. Ende Juli durchsuchten Beamte der Bundespolizei FBI ein Anwesen Manaforts und sollen zahlreiche Dokumente beschlagnahmt haben.

Am Mittwoch bestätigte das Büro des Lobbyisten und umtriebigen Politikberaters die Hausdurchsuchung, nachdem zuvor die „Washington Post“ darüber berichtet hatte. Laut der Zeitung hatte das FBI in den frühen Morgenstunden des 26. Juli – „ohne vorherige Warnung“ – an Manaforts Tür in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia geklopft.

Trumps früherer Wahlkampfchef steht im Zusammenhang mit den Untersuchungen des FBI in der Russland-Affäre, in der mit Robert Mueller auch ein Sonderermittler tätig ist. Es besteht der Verdacht, dass Trumps Wahlkampfteam mit Russland zusammengearbeitet haben könnte, um einen Wahlsieg der Demokratin Hillary Clinton zu verhindern.

http://orf.at/stories/2402568/2402569/

Kinder sollen wieder richtig schreiben lernen

Immer mehr Bundesländer kehren ganz oder teilweise vom „Schreiben nach Gehör“ in Grundschulen ab. In Baden-Württemberg und Hamburg ist die viel- kritisierte Methode schon verboten – und vorgeschrieben, dass wieder auf korrekte Rechtschreibung geachtet werden muss. Nordrhein-Westfalen erwägt das ebenfalls: Nach Angaben des Schulministeriums lässt Ministerin Yvonne Gebauer von der FDP im nächsten Schuljahr prüfen, wie Rechtschreibung an den Grundschulen vermittelt wird. Derzeit herrscht dort wie in vielen Bundesländern didaktische Freiheit, die Lehrer suchen sich ihre Methoden also selbst aus. Anschließend will Gebauer zügig entscheiden, ob sie das Schreiben nach Gehör, das wissenschaftlich „Lesen durch Schreiben“ heißt, etwa per Erlass verbietet.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schreiben-nach-gehoer-immer-mehr-bundeslaender-kehren-ab-15138342.html

Die Deutschen verbrauchen mehr Energie

Die gute Wirtschaftsentwicklung und etwas niedrigere Temperaturen zu Jahresbeginn haben die Energienachfrage in Deutschland im ersten Halbjahr angeregt. Der Verbrauch stieg nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent auf 6882 Petajoule. Profitiert hätten davon vor allem der Absatz von Mineralölprodukten und Erdgas.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/energienachfrage-in-deutschland-hat-sich-erhoeht-15143997.html

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