Frau Dr. Merkel auf dem heißen Stuhl

FUNDSTÜCK:

Was sich einige deutsche Fernsehverantwortliche so ausgedacht haben, hätte so schön sein können: Zwei TV-Duelle zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz – eines bei den Öffentlich-Rechtlichen, eines bei den Privatsendern und vielleicht sogar vor Publikum, das spontan reagiert. Doch Angela Merkel bestand darauf, dass es nur eines geben dürfe. Man liest und hört von einiger Empörung über diese „Erpressung“ durch das Kanzleramt. Dabei vertritt die Kanzlerin schon lange den Standpunkt, dass nicht  nur die Redaktionen in den Sendern über die Sendeinhalte entscheiden sollten: „Jeder Zuschauer sollte zu einem mündigen Zuschauer erzogen werden und dazu sollte er Mitspracherechte haben und heute ist es so, dass keinerlei Gremien existieren, in denen die Zuschauer Mitspracherechte haben, außer dass geguckt wird, wie hoch die Einschaltquoten sind und danach orientieren sich die Sendeanstalten, weil sie der Meinung sind, da wo am meisten Einschaltquote ist, in der Richtung muss man weitermachen und das ist aus meiner Sicht eine ziemlich verwerfliche Entwicklung, wenn man sich allein daran orientiert“, sagte Angela Merkel – allerdings vor 25 Jahren. Damals gab es einen Merkel-TV-Auftritt, der – das klingt für viele heute vielleicht unvorstellbar – nicht  einschläfernd wirkte. Die damalige Bundesministerin für Frauen und Jugend saß damals bei RTL auf dem heißen Stuhl und diskutierte darüber, wie sich Gewalt im Fernsehen begrenzen ließe. Vor Publikum, das spontan reagiert. Mag der Erkenntnisgewinn übersichtlich sein, der Unterhaltungswert der Sendung ist nach 25 Jahren wahrscheinlich ungemein gewachsen. Oben zitierten Satz sagt sie übrigens bei ca. 37:37. Und bei 23:40 sieht man, was sie sich schon 1992 von einem Studiogast anhören musste: „Deshalb meine ich, dass Sie ein Verfassungsrisiko sind“.

Mehr hier: https://www.youtube.com/watch?v=NR-WYb76fEk

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