Leichter leben mit dem SPD-Parteibuch

Wenn man auf dem Flughafen Berlin-Tegel landet, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass es trotz langen Wartens am Gepäckband kein Wiedersehen mit dem eigenen Koffer gibt. Dieser Missstand ist den meisten Berlinern nur zu gut bekannt. Politische Verantwortungsträger hingegen teilen das konkrete Wissen vieler Missstände nicht mit ihren Bürgern. Immerhin finden sie dann sofort eine Lösung, wie der Berliner Regierende Bürgermeister, der mit einer Wirtschaftsdelegation aus Los Angeles zurückkehrte und 50 Minuten vergeblich am Tegeler Gepäckband wartete. Die Berliner Morgenpost  berichtete:

Entsprechend heftig fielen die Reaktionen auf Müllers Impuls aus, nach gut 14-stündiger Reise während des Wartens auf das Gepäck zum Handy zu greifen und, wie berichtet, Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup anzurufen.

„Du kannst es dir nicht vorstellen, die ganze Reisedelegation wartet auf ihre Koffer“, erzählte Müller am Telefon dem Mann, der nicht nur ein Parteifreund ist, sondern vor seinem Amtsantritt als Flughafen-Geschäftsführer Staatssekretär in der Senatskanzlei und Müllers rechte Hand war. Also ein langjähriger Weggefährte. Lütke Daldrup soll spontan mit einem deftigen Schimpfwort reagiert haben, was bei Müllers Mitreisenden für Gelächter sorgte.

Genosse Lütke Daldrup kümmerte sich selbstverständlich darum, dem Genossen Müller zu seinem Gepäck zu verhelfen. Also ist die Lösung des Problems ganz einfach: Man muss künftig nur den Flughafenchef anrufen, wenn der Koffer nicht kommt.

Und was tut jemand, der nicht per Du mit dem Herrn über Berlins alte überlastete Flughäfen und den niemals fertig werdenden BER ist? Ein erster Schritt wäre ein Eintritt in die SPD. Unter Genossen duzt man sich bekanntlich. Und mit Lütke Daldrups privater Telefonnummer versorgt sie bestimmt der Michael, also der Genosse Müller, aber den Regierenden Bürgermeister dürfen Sie dann ja auch duzen und bei Problemen anrufen.

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