Die Lügen der Diskussions-Verweigerer

GELESEN:

Ich gebe zu, dass mich Lamya Kaddor, Hilal Sezgin, Jakob Augstein oder Daniel Bax nie sonderlich interessiert haben. Aus einem einfachen Grund. Sie haben zur Sache nichts zu sagen. Für meine Arbeit waren und sind ihre Äußerungen irrelevant, denn sie sind weder mit fundierten Arbeiten noch Ideen zum Thema Islam, Integration oder den Problemen unserer Gesellschaft in Erscheinung getreten, noch sind sie besonders amüsant.

Sie sind für mich nach einer Definition Herbert Schnädelbachs Ideologen der Gegenwart: Als Ideologie der Gegenwart hatte der Philosph bekanntlich „Die vollkommene Anpassung des Bewusstseins und seine objektive Unfähigkeit, sich Alternativen zum Bestehenden auch nur vorzustellen“, definiert. Ihre vermeintliche Kritik an meiner Arbeit habe ich wie das Gemecker der Alten in der Muppet-Show hingenommen.

Das schreibt Necla Kelek auf perlentaucher.de und beginnt damit einen Bericht über eine Diffamierungskampagne, der sie sich durch die Genannten ausgesetzt sieht. Nicht erst seit der „Flüchtlingskrise“ herrscht in Deutchland ein Klima von Diskursverweigerung und Diffamierung, sobald es eine klare Kritik an der Islam-Ideologie und ihren Vertretern gibt:

Seit Beginn meiner Publikationen verweigern Migrationswissenschaftler, Muslimfunktionäre, Multikulti-Politiker eine kritische Diskussion über gesellschaftliche Strukturen, Weltanschauung, Menschenbilder innerhalb der islamischen Gesellschaften, Gemeinden, Familien. Man versucht das Problem auf meine Person und einige andere „Islamkritiker“ zu reduzieren, zu bagatellisieren oder zu psychologisieren – wie Patrick Bahners in seinem Buch „Die Panikmacher“. Es geht ihnen darum, eine gesellschaftliche Debatte um Religion und ihren Einfluss zu denunzieren – weil ihnen ein anderes Gesellschaftsideal vorschwebt. Es gilt nicht mehr das alte Prinzip der Aufklärung „Alle Menschen sind gleich und haben dieselben Rechte und Pflichten“, sondern man will das Ungleiche gleich behandeln. Konkret: Apartheid von Frauen soll unter den Schutz der grundgesetzlichen Religionsfreiheit fallen.

Das ist klar und konkret und beschreibt eiegntlich den Irrwitz weiter Teile einer Medienelite, die vor lauter Aufregung über Sexismus à la #metoo kaum zum Luftholen kommt, aber gewalttätige sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen durch Migranten gern ignoriert oder bis zur Unkenntlichkeit wegrelativiert. So kann man dann auch das Kopftuch plötzich zu einem Zeichen muslimischer Emanzipation umdeuten, um dieses Zeichen der Geschlechterapartheid im Namen des Propheten auch für Lehrerinnen im Unterricht oder Verwaltungsbeamtinnen zuzulassen. Kelek schreibt:

Das ist reaktionär, für mich als Türkeistämmige ein Rückfall in osmanische Zustände des Millet-Systems. Die Protagonisten bezeichnen sich als links, sind wie Aydan Özoguz im SPD-Vorstand, tatsächlich betreiben sie aber die Zerstörung der offenen Zivilgesellschaft. Diese Debatte wird zudem nicht um die Sache, sondern über Personen geführt. Nicht „was“ gesagt wird, sondern „wer“ etwas sagt, scheint das Kriterium.

Und was sie sagt, passt nicht in das Wunschbild vieler Verantwortungsträger von einem Islam, der sich im Grunde harmonisch in deutsche Gesellschaft einfügen würde, wenn man ihm nur hinreichend entgegenkäme. Wer die Harmonie stört, der wird gelegentlich unglaubwürdig gemacht und sei es mit ständig wiederholten Lügen (oder muss man neudeutsch Fake-News sagen?):

Besonders Lamya Kaddor und ihr Ehemann, der Deutschlandfunk-Redakteur Thorsten Gerald Schneiders haben versucht, sich über Jahre durch üble Nachrede über meine Person zu profilieren. Offenbar mit Erfolg – Herr Schneiders gilt als Islamismus-Experte und Frau Kaddor als „Islamwissenschaftlerin“. Eine wissenschaftliche Arbeit aus ihrer Feder ist mir allerdings nicht bekannt. […]

Die rote Linie ist überschritten, wenn Daniel Bax mich öffentlich „eine notorische Lügnerin“ nennt, wenn Kaddor Zitate fälscht und Augstein bewusst und wissentlich Aussagen von mir verdreht. Verleumdung ist kein Versehen und auch kein Missverständnis. Falsch-Zitate kann man korrigieren, aber wenn man sie über Jahre hinweg immer und immer wieder wiederholt, ist die Absicht bösartig.

1 Kommentar

  1. Martin Landvoigt

    Ich bewundere Necla Kelek, dass sie dem Druck stand hält, der ihr ständig von Kleingeistern angetan wird, und wünsche ihr weiterhin Kraft und Mut, dass das auch so bleibt. Immerhin verweist sie zu Recht auf wichtige Thesen, die der gesellschaftlichen Diskussion bedürfen, aber im Allgemeinen ignoriert werden.

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