Die nächste Konjunkturwelle rollt an

Seit einiger Zeit schwächelt selbst in den etablierten Medien die öffentlich bekundete Zustimmung zur einst allseits gefeierten „Willkommenskultur“. Statt wie im Spätsommer 2015, als es allenthalben hieß, Deutschland werde letztlich von der Zuwanderung profitieren, mithin bereichert, so ist jetzt immer häufiger von den gigantischen Kosten die Rede. Doch es gibt auch 2018 noch einige tapfere Meinungsbildner, die vor den härtesten Fakten nicht zurückweichen, wenn es gilt, die gute Gesinnung gegen die böse Wirklichkeit zu verteidigen. Man sollte solche Interpretationsleistungen durchaus würdigen.

Joachim Faruhn von der Berliner Morgenpost hat dieser Tage wieder gezeigt, wie es geht. Er setzte sich damit auseinander, dass die Hauptstadt, die weder einen Flughafen zu Ende bauen, noch ihre Infrastruktur zuverlässig funktionsfähig halten kann, erhebliche Mittel für Zuwanderer ausgeben muss:

Die Summe klingt gigantisch. Mehr als 900 Millionen Euro Steuergeld werden allein in Berlin jedes Jahr für Flüchtlinge ausgegeben.

Zwar liegen die Flüchtlingskosten über dem Berliner Kulturetat. Dennoch gibt die Stadt nur drei Prozent ihres Haushalts für diese historische Herausforderung aus. Dabei wird niemandem wird etwas weggenommen. Die boomende Wirtschaft und die niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass Berlin trotz allem investiert wie lange nicht und Überschüsse erwirtschaftet, ebenso wie Deutschland insgesamt.

Eigentlich sind 900 Millionen Euro für Berlin kein Geld. Der BER braucht gerade wieder einen Nachschlag von einer Milliarde. Verglichen damit gibts die Zuwanderer vergleichsweise günstig. Der Vergleich mit dem Kulturetat überrascht allerdings, Vielleicht will der Kollege damit andeuten, dass Berlin zu wenig für die Kultur ausgibt.

Etwas irritierend ist der Satz, dass niemandem etwas weggenommen würde. Hat Berlin eigentlich jedes Jahr 900 Millionen übrig, die nicht ausgegeben werden, weshalb man jetzt niemandem etwas wegnehmen muss? Wenn niemandem etwas weggenommen wird, dann muss das ja zusätzliches Geld aus zusätzlichen Einnahmen sein. Aber halten wir uns nicht mit solchen kleinlichen Fragen auf, denn die „Flüchtlinge“ tun ja auch etwas für die Berliner Wirtschaft:

Die Ausgaben für Flüchtlinge haben sich zudem als wirksame Infusion für die Konjunktur erwiesen. Viel Geld fließt für Betreuer, Lehrer und Sachbearbeiter, die sich um die Zuwanderer kümmern. Baufirmen,, Hostelbetreiber fahren Rekordgewinne ein.

Also all das Geld, das der Steuerzahler aufbringen muss und das in die Taschen von Sicherheitsdiensten und Sozialunternehmen, für Betreuer und Sachbearbeiter fließt, ist eine „wirksame Infusion für die Konjunktur“? Für die Steuerzahler (wird denen nicht doch etwas weggenommen?), die glauben, dass Wirtschaft nichts mit Wertschöpfung zu tun hat, ist das als Spielart der Wirtschaftsförderung bestimmt glaubhaft.

Ach, wenn es doch nur stimmen würde. Wir müssten uns keine Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft machen, denn es gibt ja Millionen und Abermillionen Zuwanderungswillige. Mit dem Familiennachzug rollt demnach wieder eine Konjunkturwelle auf uns zu. So ein Satz hätte eigentlich von Katrin Göring-Eckardt kommen müssen, aber seit sie Politik für Bienen und Schmetterlinge macht, hört man so wenig von ihr.

1 Kommentar

  1. Kritiker 2018

    Die Obdachlosigkeit ist in Berlin in der Mittelschicht angekommen.
    Steht auch in der Morgenpost.
    Aber wer liest schon Artikel von Kollegen, die nicht zum Bild im Kopf passen.

    Antworten

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